Für die Arbeiterkammer gilt der bisher unkontrollierte Handel mit Derivaten
als einer der Verstärker der weltweiten Finanzkrise. Es gebe bisher keine wirksamen Versuche, diesen einzudämmen. Bei einer Diskussion, an der auch die ERSTE-SPARINVEST teilnahm, ging es um neue Wege im Umgang mit diesen Instrumenten.
Das Publikum, das mehrheitlich der Meinung war, die Banken seien Schuld an der Krise, wurde durch Stellungnahmen von Heiner Flassbeck, Chefökonom der UN-Welthandels-und Entwicklungskonferenz und früherer deutscher Finanzstaatssekretär im Kabinett Schröder, sowie AK-Präsident Herbert Tumpel bestärkt. Sie unterstützten diese These und sprachen sich für Regulierungen des Derivatehandels aus, besonders gegen das Spekulieren auf Kredit.
Der Vertreter des Finanzministeriums, Peter Brandner und Paul Severin, Investmentstratege der ERSTE-SPARINVEST, vertraten die These, Derivate würden der Realwirtschaft dienen. Sie von vornherein zu verteufeln mache keinen Sinn, denn sie spielten zB zur Absicherung bei Garantieprodukten und Währungsgeschäften eine bedeutende Rolle. Brandner spannte einen weiten Bogen und sprach davon, dass Derivate direkt oder indirekt mit allen möglichen Finanzprodukten, auch Krediten, Bausparen, Prämiensparen und Versicherungen verbunden wären. Ein Totalverbot wäre kontraproduktiv. Severin wies die Alleinschuld der Banken an der Krise zurück und erwähnte die hohen Staatsschulden, zB jene von Griechenland, das mit seinen Angaben zum Haushaltsdefizit jahrelang die ganze EU getäuscht habe.
Was sind
Derivate?
Derivate sind Finanzinstrumente, deren Preis oder Wert von den Kursen
oder Preisen anderer Handelsgüter (zum Beispiel Rohstoffe oder
Lebensmittel), Vermögensgegenstände (Wertpapiere wie zum Beispiel
Aktien oder Anleihen) oder von marktbezogenen Referenzgrößen
(Zinssätze, Indices) abhängt. Ebenso kann der Wert von der
Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Ereignisses wie zum Beispiel
eines Staatsbankrott oder der Insolvenz eines Unternehmens abhängen. Es
handelt sich hierbei um Verträge, in denen die Vertragsparteien
vereinbaren, einen oder mehrere Vertragsgegenstände zu festgelegten
Bedingungen in der Zukunft zu kaufen, zu verkaufen oder zu tauschen,
beziehungsweise alternativ Wertausgleichszahlungen zu leisten.
Vereinfacht ausgedrückt sind Derivate an die Entwicklung von Indices,
Ereignissen oder bestimmten Preisen gekoppelte Verträge, die börslich
oder außerbörslich abgeschlossen werden. Das Wort Derivat ist
lateinischer Herkunft (v. derivare = ableiten) und bezieht sich auf die
Eigenschaft des abgeleiteten Preises (Kurs) dieser Instrumente von
einem ihnen zugrunde liegenden Basiswert. Quelle: Wikipedia
|
|
|
ERSTE-SPARINVEST Investmentstratege Paul Severin (re) sprach sich bei der AK-Diskussion gegen die Verteufelung von Derivaten aus: "Sie vornherein zu verbieten macht keinen Sinn." © ERSTE-SPARINVEST KAG
|
|
Das Publikum, darunter AK-Präsident Tumpel (3 v.links)und SPÖ-Europaabgeordnete Evelyn Regner (1.v.re), beobachtet die Diskussion gespannt.
© ERSTE-SPARINVEST KAG
|
Deutscher Ex-Finanzstaatssekretär Flassbeck: "Man kann den Finanzmärkten nicht trauen"
© ERSTE-SPARINVEST KAG
|
ERSTE-SPARINVEST, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
1010 Wien, Habsburgergasse 1A, Telefax: 0043 (0) 50 100 DW 17102
Dieter Kerschbaum, Tel. 050 100 DW 19858, e-mail: dieter.kerschbaum@sparinvest.com
Regina Haberhauer, Tel. 050 100 DW 19860, e-mail: regina.haberhauer@sparinvest.com
ERSTE-SPARINVEST Kapitalanlagegesellschaft m.b.H.
Sitz Wien, FN 81876 g, Handelsgericht Wien, DVR 0550922
|
|